Gemeinde, Glaube, Kindergarten, Konfirmanden

Martin Luther als global Player

Die Reihe „Nikodemus trifft Luther“

wird mit diesem Vortrag von Pfarrer Armin Langmann am Donnerstag 12. Oktober 2017 19.30h abgeschlossen

Der Weg Martin Luthers führt am Ende einer drei mal sieben Jahre dauernden Ausbildungsphase zunächst scheinbar nur in die enge Studierstube des gelehrten Wissenschaftlers, der wie in einem Labor an den fundamentalen Substanzen seines Forschungsgegenstandes interessiert ist. Dass er sich mit seinen Forschungsarbeiten mitten in einem kirchlich wie politisch hoch brisanten Konfliktfeld bewegt, lassen die traditionellen Klischees konfessioneller Unterschiede auch heute kaum ahnen. Verfolgt man jedoch die Arbeitsmethoden und die Arbeitsthemen Luthers, wird schnell klar, dass er in seinem Arbeitsfeld weit über die lokalen Grenzen hinausschaute und sich damals schon der weltumspannenden Dynamik der Christenheit bewusst war, die ihre Kraft aus dem unmittelbaren Verhältnis zu Gott schöpfen kann und die Katholische Kirche als Vermittlungs- und Absolutions-Instanz nicht mehr braucht. Mit den neuen Kommunikationsmethoden und dem Einsatz der neuen Medien (Buchdruck und Flugschriften) entstand eine Vernetzung in „Europa“, die quasi einen „weltweiten Diskurs“ ermöglichte und der lange eingeforderten Verhandlung der „Gravamina der Deutschen Nation“ Nachdruck verlieh. Mit der Entscheidung, in der Sprache des Volkes zu diskutieren und nicht in der Gelehrtensprache des Mittelalters, ging Luther einen Weg, der die Beteiligung vieler ermöglichte und so die Veränderung der Ständegesellschaft stark beeinflusste.

Gemeindesaal Nikodemuskirche Stuttgarter Str. 33 90449 Nürnberg