Gemeinde, Glaube, Musik

Musik und Gedanken in schwierigen Zeiten

-zusammengestellt von Armin Langmann

10.5.2020 Sonntag Kantate

Ob man von einander weiß, hängt davon ab, ob man sich mitteilt. Aktuell erfahren wir, wie wichtig es ist, Menschen zu kennen, mit denen einen Vertrauen verbindet, die man anrufen, mit denen man reden kann.

Meine Vorstellung von Kirche war immer, dass Kirche nicht vereinnahmen darf. Sie soll nicht aufdringlich, aber offen sein: für alle, die mit Herz und Verstand dabei sein möchten; für die, die in Ruhe gelassen werden wollen und für die, die Ansprache und Austausch brauchen; für die, die diskutieren wollen und für die, die meditieren möchten, für die, die keine Fragen haben und für die, die nie genug erfahren können; für die, die Gemeinschaft suchen und für die, die gut selbst zurechtkommen, für die, die gern organisieren und Programm machen, und für die, die sich gern anschließen und dran hängen und mittun. Aktuell finde ich, es wäre gut, dass wir als Kirche zu einer Gemeinschaft werden, die sich gegenseitig unterstützt. Menschen mit denen man im Vertrauen sprechen kann, angesichts von Besorgnis und Ängsten um seine Lieben, Verwandten, Bekannten, Nachbarn, Berufskolleg/innen, Schulfreunde/innen, tatsächlich und womöglich Betroffene von Krankheit, Verlust, Trennung. Im Blick auch auf die vielen, die im Krankenhaus, Altenheim und Kindergarten tätig sind, Ärztinnen und Ärzte, Sanitäter, die helfen, trotz der Gefahr, angesteckt zu werden.

An diesem Sonntag Kantate singen wir in unserer Kirche hinter Masken, mit gedämpfter Stimme. Aber die Glocken singen vom Kirchturm ihre vertraute Melodie. Immer wenn unsere Glocken läuten, ist es für mich ein Zeichen der Verbundenheit und ich denke an Sie und alle, die hier im Stadtteil in der Gemeinde mit uns leben.„Möge Gott uns behüten! Tag und Nacht halte er uns in seiner Hand!
Jedes Läuten der Glocken bestärke unsre Zuversicht, dass er bei uns ist, mit seiner Liebe und mit seinem Segen!“

23.4.2020 Erinnerung an den 23.4.1530!

Unmittelbar zu Gott –verantwortlich in der Welt

Martin Luther kam sich bestimmt sehr seltsam vor, als er sich am 23. April 1530 noch vor 4.00 Uhr in der Frühe auf die Veste Coburg begeben musste, – damit niemand mitbekam, wo er sich aufhielt. Alle anderen Teilnehmer seiner Reisegruppe – darunter der Kurfürst von Sachsen, dessen Sohn, der Hof, aber auch Luthers Mitarbeiter und Freunde wie Philipp Melanchthon, Justus Jonas und Georg Spalatin reisten weiter Richtung Augsburg, wo der Reichstag beginnen sollte.

Luther hatte gehofft – wie 1521 nach Worms – mit ihnen reisen zu können. Doch der vom Kaiser Geächtete musste in sächsischen Landen zurückbleiben. Nicht einmal die evangelische Reichsstadt Nürnberg hatte es gewagt, ihm Aufenthalt zu gewähren. Die Räte des Kaisers hatten den Nürnbergern klargemacht, dass der Kaiser es sehr ungnädig aufnehmen würde, wenn sie sich in der Religionssache zu stark engagierten. Deswegen lehnte man die Bitte des sächsischen Kurfürsten, Luther in den Mauern der Stadt aufzunehmen, damit man leichter Kontakt mit ihm vom Ort des Reichstages aus halten konnte, kategorisch ab.

So kommt er sich versteckt vor wie auf der Wartburg und unterzeichnet seine Briefe mit „aus der Wüste Gruboc“ oder „ex eremo“, aus der“ Einsamkeit“, aus dem „Elend“ – und bringt damit zum Ausdruck, wie er sich fühlt. Er ist ein Mann ohne Rechte. Zeitlebens bleibt er vor Kaiser und Kirche ein Ausgeschlossener. Er ängstet sich um seine Mitarbeiter. Die Distanz, die sie trennt, lässt ihn bange werden: Werden sie alles bestehen und überwinden? Luther macht sich Sorgen, meint, selbst nach Augsburg kommen zu müssen, um den Freunden beizustehen.

In dieser Lage wird ihm bewusst, in der Gegenwart des Herrn über Leben und Tod zu stehen, – unmittelbar vor Gott. Da ändert sich seine Stimmung. Die Angst des Zurückgelassenen wird abgelöst von der Zuversicht des Getrösteten. Sein Kurfürst schreibt ihm, der Kaiser wolle alle evangelischen Predigten verbieten. Er antwortet, man möge dem Kaiser gehorchen, Gott werde davon nicht aufgehalten. Auf menschliche Aktivitäten allein komme es nicht an. Er wisse, dass Jesus Christus bei ihnen sei, dies sei viel wesentlicher.

Als Melanchthon nicht mehr aus noch ein weiß, schreibt Luther ihm Trostbriefe. Wirf deine Sorge auf den Herrn! (Ps 55,23), „Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen“. (Ps 34,19. Ps 145,18) Man könne nicht auf die Fürbitte der Heiligen vertrauen, da sie von der Bibel nicht bezeugt werde. Entscheidend sei das Wort Gottes und das Vertrauen auf Christus. „Was Gottes Wort nicht ist, das macht auch keine Christenheit.“ Ein Christ habe sich nicht nach einer Kirche zu richten, die neue Gesetze des Glaubens erlasse, sondern solle sich an Gottes Wort als Richtschnur halten.

Die Angst in der äußeren Entfernung von den Freunden kann aktiv durch innere Nähe überbrückt werden. Das wäre ein neues Wesensmerkmal von Gemeinde: Gemeinschaft, die niemanden allein zurücklässt und damit Raum schafft für den Frieden Gottes und Hoffnung weckt. Aus der Unmittelbarkeit zu Gott erwächst die Einsicht der Verantwortung in der Welt, unmittelbar tätig zu werden und Einfluss zu nehmen.

(Zusammenfassung des gleichnamigen Vortrags von Landesbischof Prof. Dr. Gerhard Müller, Wolfenbüttel auf der 5. Tagung der 6. Generalsynode  der VELKD in Coburg 1983 – von Armin Langmann.)

19.4.2020 Quasimodogeniti – wie die neugeborenen Kindlein vertrauen

Musikalische Grüße aus der Frauenkirche Dresden

Was für mich zum Sonntag gehört

So viel Stille, wie in den letzten 4 Wochen gab es gefühlt noch nie. In keinem Urlaub habe ich die Vögel so lebensfroh zwitschern hören und die Sonnenstrahlen so belebend gespürt – ohne dafür Hunderte oder gar Tausende von Kilometern fahren zu müssen.

Die Musik der Natur hat ihr eigenes Programm. Da gibt es die Frühaufsteher und die Spät-zu-Bett-Geher, wie bei uns Menschen auch. Dankbar höre ich ihr Konzert.

Musik gehört für mich zum Gottesdienst. Und Gottesdienst ist mehr, als 60 Minuten in der Kirche. Gottesdienst – meint Paulus – ist dann, wenn man sich für andere einsetzt und seine Arbeit macht. Nicht Selbstinszenierung, sondern da sein für jemanden. (Römer 12)

Gebet gehört für mich zum Gottesdienst. – Und es wird immer mehr sein, als eine Stunde pro Woche. Von Martin Luther kann man lernen, dass Gott den Raum des Kirchengebäudes nicht braucht, um meine Anliegen wahrzunehmen. Er braucht auch keine zwischengeschalteten Verstärker oder Umwandler – ähnlich den Routern und Switches in der EDV. Er hat unsere Nummer ständig freigeschaltet. Wir dürfen immer unmittelbar zu ihm sprechen, – mit ihm reden, nachdenken, Klärungen suchen. Aber er lässt uns nicht aus der Verantwortung. Gebet schafft Vertrauen und bestärkt das Tun. Es ist immer Übung und Probe des Glaubens (Friedrich Mildenberger).

Kirche ist nicht Selbstzweck und Selbstbeschäftigung. Wenn sie nicht für andere da ist, verfehlt sie ihre Bestimmung.

Bleiben Sie behütet!

Ihr Pfarrer Armin Langmann

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Sehen Sie hier die Video-Botschaft zu Ostern aus der Nikodemuskirche von Pfarrerin Eva-Maria Kaplick

Ostern 2020: Kraft aus der Stille – lesenswerte Gedanken von Heribert Prantl

12.04.2020 Osternacht und Ostersonntag

Die geschlossene Altarseite erinnert an eine Stadt,
in der die Lichter ausgegangen sind.
Andeutungsweise kann man noch Häuser und Gehöfte erkennen,
Blocks, wo Menschen leben,
wo sie am Tag und bis in die Nacht gearbeitet, gefeiert,
geliebt, getanzt und gelacht haben;
Orte, über die sich die Stille gebreitet hat,
als das Licht ausging.
Ohne Licht erinnert sie an den Friedhof;
die schlafende Stadt.
Ohne Licht, ohne Strom,
ohne Leben ist sie eine tote Stadt.
Ohne Glaube und Hoffnung,
ohne den lebendigen Christus ist selbst die Kirche tote Kirche.

Doch über diesem Dunkel liegen die scharfen Konturen
des hellen Kreuzes.
Heilendes Licht.
Silber und Gold, Farben des Heils, des Wohls,
wo alles gut ist.

Darüber gelegt, unzerstört, unvergänglich;
Das helle Kreuz ist der Kontrast, der alles
in einem anderen Licht erscheinen lässt.
Wo das Kreuz leuchtet, ist für das Dunkle kein Platz mehr.

Das Licht vertreibt die Albträume, die der Tod geschickt hat.
Wie die Schöpfungsgeschichte am Anfang Mut zum Glauben macht,
will auch die Geschichte der Auferstehung Mut zum Glauben machen.

Mit naturwissenschaftlichen Erklärungen ist sie nicht zu packen, auch nicht zu zerschlagen. Sie meditiert gewissermaßen in eine Dimension, in eine Wirklichkeit, die Glauben weckt.

Als die Frauen am Grab ankommen, ist alles anders.
Sie finden den Toten nicht.
Der Stein ist weggerückt.
Die Grabwächter sind gelähmt.
Sie haben den entscheidenden Augenblick verpasst.
Die Engel sind nicht im Himmel, sondern auf der Erde.
Die Sprachlosigkeit wird durchbrochen.
Ein Bote richtet ihnen aus:
Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?
Er ist nicht hier er ist auferstanden.
Geht hin und schaut, wo er gelegen hat
und dann geht los und verkündet es den Brüdern.

Das Grab ist leer und der Himmel ist offen.
Gott lebt.
Christus ist auferstanden.
Die Macht des Todes ist aufgebrochen.

Das Kreuz leuchtet, als wollte es sagen:
Schau,  was dahinter ist!
Das Zeichen des Todes wird zum Symbol des Lebens!
Christus ist das Licht.(AL 2020)

Die Osterkerze wird entzündet

Sehen Sie hierzu die Video-Botschaft von Pfarrerin Eva-Maria Kaplick

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11.04.2020 Karsamstag

Es ist ganz still um die Kirche. Als die Glocken am Karfreitag läuteten, war es, als wollten sie sagen: „Lebe! Gott behütet dich auf deinem Weg ins Leben. Immer wieder klangen die Glocken, als wir in die Schule kamen und konfirmiert wurden, bei der Hochzeit, bei der Taufe der Kinder, als wollten sie immer wieder sagen: „Hab keine Angst! Gott behütet Dich!“

Was und wie wir beten, glauben und hoffen wird in diesen Tagen plötzlich genauso relevant, wie die Frage, was wir tun können.

Felix Mendelssohn-Bartholdy: Denn er hat seinen Engeln befohlen über Dir, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.

„Mein Gott, du kennst mich. Ob ich gehe oder liege, du siehst mich. Ob ich wache oder schlafe, du kennst alle meine Wege. Ob ich beunruhigt bin oder ganz zufrieden, du bist immer da. Das tut mir gut. Du stürzt mich nicht in Todesangst. Du hältst mein Leben in deiner Hand. Deine Liebe lässt mich atmen und schenkt mir Geborgenheit. Bei dir bin ich geborgen, wie das Vöglein im Nest – auch in unruhigen Nächten und an rastlosen Tagen. Du bist immer bei mir! Deine Liebe hört nie auf. Selbst wenn ich sterbe, bin ich bei Dir geborgen.“ (Nach Psalm 139)

9.4.2020 Erinnerung an Dietrich Bonhoeffer

und Musik des Global Accordion Project Orchestra – Peace 2020

Der 9. April ist der Todestag von Dietrich Bonhoeffer. Über ihn gibt es inzwischen viele Artikel, Bücher, Filmbeiträge, Internationale Symposien und Forschungsstellen. Einige seiner Texte sind in viele Sprachen übersetzt und auf der ganzen Welt bekannt.

Hätte er damals nicht allen Grund gehabt zu formulieren:

„Von bösen Mächten Tag und Nacht umgeben,
befürchte ich, dass es noch schlimmer kommt!
Was hab ich noch von meinem schönen Leben?
Ohnmächtig warte ich, dass meine Stunde kommt.“

Nach allem, was Bonhoeffer geschrieben hat, hat man das Bild eines realistischen, gebildeten, reflektierten Mannes vor Augen, keinen Phantast oder Schwärmer, der Schaden und Nutzen, gut und böse nicht unterscheiden könnte. Seine Einstellung formuliert er angesichts einer vor Nichts Halt machenden Brutalität des Menschen.
Seine Worte überspielen nicht den Ernst des Lebens, als sei doch alles gar nicht so schlimm.

Und:
dass Geborgenheit Kraft gibt,
das wünschen wir in diesen Tagen
allen Menschen auf der Welt.
Kraft zum Tragen und Hoffen.
Kraft, die dem Tod das Leben nicht
ohne Widerstand überlässt.
Kraft zu unterscheiden zwischen
Widerstand und Ergebung. (AL)

„Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Got ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag“ (EG 637, Refrain)



7.4.2020 Ostern. Nicht dabei – und doch dabei

In diesen Tagen sprechen mich die Worte des Johannes-Evangeliums besonders an. Der Weg Jesu nimmt uns mit auf die Suche nach dem Leben. Nach wahrem Leben, nach „lebendigem“ Wasser. Von der Hochzeit in Kana bis zum Kreuz geht es um dieses Thema.

Johannes charakterisiert Thomas, den Jünger, der an den entscheidenden Begegnungen nicht dabei war. Thomas ist der, der Fragen stellt und deshalb nur „der Zweifler“ genannt wird. Für ihn gibt es keine Auferstehung. Standhaft sagt er zu seinen Freunden: „Wenn ich ihn nicht mit meinen eigenen Augen sehe und mit meinen eigenen Händen spüre und anfasse, dann glaube ich nicht, dass er lebt!“
Wir wissen nicht, wie es genau geschehen ist. Wir wissen nicht, wie das war, als Thomas die Stimme Jesu hörte: „Mach’s doch! Berühre mich und glaube dann!“ – Ein Zeichen? Ein Wunder?

Thomas, der „Zweifler“ spricht als erster aus, was zukünftig den Glauben ausmachen wird (Joh. 20,28): „Mein Herr und mein Gott!“ –
Die Vorstellung vom Sterben und Auferstehen wirft viele Fragen auf. Vor allem aber zeigt sie Jesus in einer Situation, mit der alle Menschen irgendwann konfrontiert sind. „Weil du gesehen hast, hast du angefangen zu glauben. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“

Das Ringen um Sehen und Verstehen ist das eine, das Entdecken und Vertrauen das andere. In Zeiten, in denen wir um des Lebens willen Abstand halten und von Berührungen absehen, fragen wir umso mehr, was uns berührt und betrifft, was uns Kraft gibt und ermutigt, mit- und füreinander zu kämpfen und zu hoffen. Der kompakteste Ausdruck dafür ist der Name Gottes „Ich bin bei Dir!“ und die Antwort des Glaubens „Mein Herr und mein Gott.“ – An Ostern geht es um Suchen und Finden, um das, was uns berührt, um die Öffnung des Grabes, um die Oster-Erfahrung der Wahrheit auf dem Weg unseres Lebens. (AL)

John Rutter: Der Herr segne Dich

3.4.2020 Karfreitag – mit Fern-Seh-Beteiligung

Können geschlossene Kirchen noch Orte zum Hören und Sehen, Orte zum Nachdenken und Besinnen sein? Orte, an denen man eine neue Sicht auf das Vergangene,, auf das aktuell Erlebte und auf das, was vor uns liegt, gewinnt, wie am Ziel einer Bergwanderung? Ich möchte Sie zu einem gedanklichen Kirchenbesuch einladen.

Stellen Sie sich vor, wir sitzen irgendwo inmitten der Nikodemuskirche und entdecken, in den Ecken links und rechts von uns stehen Figuren der vier Evangelisten und beginnen miteinander und mit uns ein Gespräch, in dem es um das Heiber-Kreuz und das Posse-Altarbild – und um unsere Beziehung und Vorstellung von Karfreitag und Ostern geht.

Markus (Kap 14,50): „Schaut euch dieses Kreuz genau an: Am Ende war Jesus ganz allein. Seine Vertrauten, seine Freunde sind alle aus Angst davongelaufen. Es verkörpert, den Aufschrei des Menschen -wie im Psalm 22 und bei Jesaja 53 zu lesen -: „Warum? Warum? Warum hast Du mich verlassen?“ Keiner von seinen Begleitern war dabei. Sie waren alle geflohen. Es gab also keine Augenzeugen. – Und Frauen hatten damals nichts zu sagen.“

Matthäus (Kap 26 und 27): „Auch ich höre ihn rufen: „WARUM? Warum? Warum hast Du mich verlassen?“ – Einsam und allein ist er an seinem Ende. Sein Sterben schockiert. Warum muss er so enden? Sagt dieser Tod, dass auch Gott weit weg ist? Dass auch Gott am Ende ist?  – Bleibt Glaube nur noch eine Angelegenheit der Frauen, eine Sache der „Fern-Seh-Beteiligung?“

Lukas (Kap 22 und 23): „Seine „Nachfolger“ machen eine ganz schlechte Figur, als es darauf ankommt. Sie sind keine Vorbilder mit Haltung und fester Überzeugung, die zu ihm stehen. Übermächtig die Vollstreckungsgehilfen der Macht. Gnadenlos der Vollzug – und das Urteil: mit Systemkritikern wird wie mit Mördern und Schwerverbrechern verfahren. Doch ganz anders als zu erwarten, klingen die letzten Worte Jesu: nach Vergebung und Frieden! „Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun! (V. 34)“ – „Wahrlich, heute wirst du mit mir im Paradiese sein!“(V.43) – „Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände!“(V.46)

Johannes (Kap.19): „Ich sehe die Frauen und seinen Freund unter dem Kreuz. Jesus sagt zu ihnen: „Frau, das ist dein Sohn!“ Zum Jünger: „Siehe, das ist deine Mutter!“ (V.26+27). „Mich dürstet!“(V.28) und „Es ist vollbracht- Das Ziel ist erreicht!“ (V.30). –

31.03.2020

Musik zum 335. Geburtstag von Johann Sebastian Bach

25.3.2020

Heute mit Musik von Kevin Andre – einem Mitglied unseres Holy Night Trios – mit herzlichen Grüßen über den großen Teich in schwierigen Zeiten – es ist unsere Welt – manche werden die Drehorte erkennen – und die Liebe zählt. ( Dank an kevinandremusic !)

https://www.youtube.com/watch?v=lLxkDGIpQhw

Ausgangssperre

ja, es gibt Angst
und Isolation
und Hamsterkäufe
und Krankheit
und sogar Tod
aber…

es heißt, dass man in Wuhan nach so vielen Jahren voller Lärm
wieder Vögel singen hört
es heißt, dass nach ein paar Wochen der Ruhe
der Himmel nicht mehr von Abgasen verdunkelt ist,
sondern blau und grau und klar

es heißt, dass die Menschen in den Straßen von Assisi
einander zusingen
über die leeren Plätze hinweg
und dann ihre Fenster offenlassen,
damit alle, die einsam sind,
um sich herum Familienstimmen hören können

es heißt, dass ein Hotel im Westen von Irland
kostenlose Mahlzeiten an alle liefert,
die nicht mehr aus dem Haus kommen

heute ist ein junge Frau, die ich kenne,
eifrig dabei, in ihrem Viertel
Handzettel mit ihrer Nummer zu verteilen,
damit die Alten jemand haben, auf den sie zählen können

heute bereiten sich Kirchen, Synagogen, Moscheen und Tempel vor,
Menschen willkommen zu heißen und zu beherbergen,
die obdachlos, krank oder müde sind

überall auf der Welt schalten Menschen einen Gang zurück und denken nach
überall auf der Welt sehen Menschen ihre Nachbarn ganz neu
überall auf der Welt erwachen die Menschen zu einer neuen Wirklichkeit
und sehen
welche Größe uns wirklich eigen ist
wie wenig wir wirklich im Griff haben
was wirklich wichtig ist
und was die Liebe vermag

So beten wir und erinnern uns
ja, es gibt Angst
aber deswegen muss es noch keinen Hass geben
ja, es gibt Isolation
aber deswegen muss es noch keine Einsamkeit geben
ja, es gibt Hamsterkäufe
aber deswegen muss es noch keine Gemeinheit geben
ja, es gibt Krankheit
aber deswegen muss die Seele noch nicht krank werden
ja, es gibt sogar Tod
aber es kann immer eine Wiedergeburt der Liebe geben

Sei wachsam, welche Wahl du triffst, um jetzt zu leben
atme heute
lausche: hinter dem Fabriklärm deiner Panik
singen die Vögel schon wieder
der Himmel hellt auf, der Frühling kommt
und stets sind wir von Liebe umfangen

Öffne die Fenster deiner Seele
und selbst wenn du niemand quer über den leeren Platz
berühren kannst:
Sing!

By Fr. Richard Hendrick, OFM,13.03.2020
Übersetzung: Ralph Thormählen

22.3.2020.

Die Verse des Liedes „Weißt Du wieviel Sternlein stehen, aus dem Evang. Gesangbuch Nr. 511 kennt fast jede/r. In diesen Tagen bewegen uns umso mehr die Fragen,
was können wir wissen,
was können wir glauben,
was hält und trägt?
Vor der aktuellen Situation bekommen die Verse einen noch viel tieferen Sinn. Viele Menschen suchen und warten gegenwärtig auf Hilfe oder fragen sich, wie es nun damit steht. Dramatisch steigende Zahlen, – auch im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis machen uns betroffen und konfrontieren uns mit den Grenzen des Machbaren. Wer hilft? Vertrauen kommt mit ganz wenigen, einfachen Worten aus:
„Er kennt auch Dich, und hat Dich lieb!“ Das ist wohl das Entscheidende, das allem, was wir tun und machen können und wo wir an unsere Grenzen stoßen, schon voraus liegt.
Bleiben Sie behütet!
Ihr Pfarrer Armin Langmann

Choral Nr. 5 aus der Johannespassion von Johann Sebastian Bach: Gib uns Geduld in Leidenszeit. https://www.youtube.com/watch?v=xN4eMGU_LBQ
Juventis Jugendchor KAV-G Celle.


http:// www.zdf.de/gesellschaft/gottesdienste
http://www.deutschlandfunk.de/kirchensendungen.915.de.html